Muehlichens AUF-Blog

12. September 2011

Neue Zeit nach dem 11.September? (Persönliche Gedankensplitter)

Gestern sind es zehn Jahre her, dass die Twin-Towers in New York einstürzten…
Danach gab es eine heftige Diskussion über das Ende der Spaßgesellschaft. Allen Unkenrufen zum Trotz existiert sie bis heute.
Hat dieser Tag dennoch die Welt verändert? Ja, irgendwie schon. Die Katastrophe gab den Anlass für zwei unselige Kriege mit einem Vielfachen an Toten. Der „christliche“ Westen hat der übrigen Welt gezeigt, was sein Christentum wert ist. Diese Kriege haben in besonderem Maße die aktuelle und bedrohliche Überschuldung der USA mit verursacht, während Rüstungskonzerne immer reicher werden. 9/11 hat den Datenschutz aufgeweicht wie wohl nie zuvor. Kontrolle und Angst schüren als Taktik gegen den Terrorismus?
Mein Empfinden ist, dass alle Maßnahmen die Sache eher verschlimmert haben. Die Situation der Christen im der arabischen Welt hat sich teilweise dramatisch zugespitzt, und ihre „Brüder“ im Westen haben das mit verursacht. Was wohl der Gott im Himmel dazu sagt? Aber wer fragt schon danach?
Andererseits scheint dieser Gott aber den vielen Christen recht zu geben, die ihr Leben lassen mussten: Gerade ihre Gewaltfreiheit aus Liebe scheint derart überzeugend, dass um so mehr Leute mitten in der Verfolgung Christen werden. Das ist der echte Gegenpol zum Säbelrasseln Amerikas.
Und Deutschland? Hat es sich einerseits aus dem Irakkrieg heraus gehalten, muss es sich aber am Hindukusch verteidigen? Es war doch nur richtig, dass sich Deutschland nicht in Libyen mitgemacht hat, mal eine richtige Entscheidung von Herrn Westerwelle. Der arabische Frühling kann uns noch mal mächtig auf die Füße fallen. Schlimm ist nur, dass die Technik zum Abschalten des Internets aus Deutschland stammte, ebenso viele Waffen in den libyschen Arsenalen.
Noch einmal zum Gott: Warum sagt er nichts? (Ich bin überzeugt, dass er uns Hinweise, Winke, Zeichen gibt, wenn wir nur „hören“ wollen.) Vielleicht sind wir ja so beratungsresistent, dass selbst das nichts nützen würde, wenn Tote wieder aufständen und Umkehr predigten. Wenn uns Gott aber uns selbst überlässt – wie mag das ausgehen?!

27. August 2011

Wahlslogans auf Plakaten

Piratenwahlplakat MV In einer Woche haben wir Wahlen in MV. Mammutwahlen:
Landtagswahlen mit Erst- (Direktkandidat) und Zweitstimme (Landesliste)
Kreistagswahlen für die neuen großen Landkreise, wobei die meisten größer als das Saarland sind.
Landratswahlen für die Chefs der neuen Kreisverwaltungen
– Wahl des Namens der jeweiligen neuen Kreise (nach den Vorschlägen der bisherigen Kreistage)
Es ist nun schon interessant, wie sich die Parteien den Wahlen stellen. Ich hab noch keinen so schleppenden inhaltslosen Wahlkampf erlebt, wie den gerade stattfindenden.
Vielleicht liegt es ja daran, dass allen Parteien bewusst ist, dass für Versprechen kein Geld da ist, bzw. dieses gekürzt werden wird. (So z. B. Torsten Renz, CDU, er sitzt bereits im Landtag und macht einen recht informierten Eindruck, s. Bericht vom Kandidatenforum)
Also was kann man so auf den Plakaten lesen?
CDU sagt: „C wie Zukunft„, gemeint ist wohl „C wie Caffier“ . Caffier ist der Spitzenkandidat der CDU. Der Slogan hat in ganz Deutschland Gelächter und Kopfschütteln verursacht. Später machte man „Zukunft wählen“ daraus, was auch immer damit gemeint sein soll. Aber m. E. das Schlimmste ist, dass man die Bedeutung des C – christlich – auf Zukunft oder Caffier extrem abgewertet hat. Damit beraubt sich die CDU – bewusst? – ihrer historischen Grundlagen. Meine Erwartungen an die CDU sind also nicht gerade optimistisch.
Die SPD wirbt für sich „Gut wie das Land„. Wie gut das Land und wie gut damit die SPD ist, bleibt verborgen. Sind etwa die verschiedenen Schlusslichtpositionen (z. B. Arbeitslosigkeit, Bildung) des Landes gemeint? Dann ist man stolz auf die Schaffung von 25.000 Arbeitsplätzen. Dabei ist unklar, wo diese entstanden, und was die SPD dafür getan hat. Zudem hat doch die SPD mit der CDU (Wirtschaftsminister Seidel ist von der CDU) zusammen regiert, also war sie es nicht allein. Beim genannten Forum sagte Herr Renz, dass diese Arbeitsplätze durch Förderung von Existenzgründern direkt aus den Hochschulen und Unis des Landes heraus entstanden sind. Mal eine vernünftige Begründung, aber wieviele mögen das wissen bzw. verstanden haben. Der blanke Slogan wirkt eher als Prahlerei.
Grüne und FDP bleiben für mich blass.
Die anderen Parteien nimmt man nicht wirklich wahr. Na gut, je nach Gegend, kommen auch die Freien Wähler mal ins Blickfeld, oder Familienpartei, ödp
Nun, ich muss natürlich dazu sagen, dass die meisten Plakate von der NPD kommen mit nervigen Slogans, die man nicht mehr sehen mag. „Wehrt Euch!“ schreien da Plakate, und ich frage mich, warum niemand dazu schreibt „gegen Nazis!“… Die richtige Antwort darauf kommt von den Piraten: Wahlplakat Piraten, MV 2011 Diese haben derzeit die originellsten Slogans, die zwar kaum wirkliche Wahlaussagen bringen, aber gelungen zum Nachdenken über Politik anregen. „Das gefällt mir„.
Nur die AUF-Partei hat keine Plakate, schade.

25. August 2011

Kurz vor der Wahl in MV

Meine Direktkandidatur hat nicht geklappt, die nötige Unterschriften habe ich nicht sammeln können. Ein bisschen bin ich traurig, dass gerade Christen damit Probleme haben, ihr Christsein mit gesellschaftlicher Verantwortung zu verbinden. Sie denken, das hat miteinander nichts zu tun, ja könnte sie beflecken in der Ausübung ihres Glaubens. Man sollte eigentlich daran denken, dass die Passivität vieler Christen die Auswüchse des „Dritten Reiches“ mit möglich gemacht hat. Gruppen entschiedener Christen stand damals eine Masse passiver und teilweise naiv gläubiger Christen gegenüber.
Unter dem Aspekt, dass gerade jetzt die Weichen gestellt werden für eine Ethik nach dem Motto, „es ist Recht, was Dir gefällt“ mit dem gleichzeitigen Ausschluss von Verantwortung, brauchte es viele Menschen, die für die Erhaltung der traditionellen, die Gesellschaft tragenden Werte eintreten.
Trotzdem, dass ich nicht als Direktkandidat in Neubrandenburg antreten kann, so besteht ja die Landesliste, und deswegen bin ich noch am Verteilen der Wahlflyer…

21. März 2011

Was wird aus dem ‚C‘?

Zu diesem Thema wird Michael Ragg aus Taufkirchen am 02. Mai 2011 einen Vortrag im katholischen Gemeindezentrum in Teterow halten. Es geht um die Verantwortung der Christen für unseren Staat. Ich habe Michael Ragg schon bei einer AUF-Tagung in Magdeburg gehört und war sehr beeindruckt. Daher bin ich sehr gespannt auf seinen Vortrag, den er übrigens auch in Neukloster, Güstrow, Bad Doberan und Ludwigslust halten wird. Die Einladung mit allen Terminen kann hier heruntergeladen werden.

24. Dezember 2010

Macht oder Lösungen? Besinnliches zur Weihnacht 2010

Das Jahr ist fast herum, Heilig Abend vormittag. Mann sitzt in der Stube in Erwartung der Feierlichkeiten des Tages: Christvesper, Weihnachtskarpfen, Bescherung…

Da gehen manche Gedanken durch den Kopf…

Zum Beispiel:

Heutzutage ist es nicht entscheidend, „was“ jemand sagt, sondern „wer“ es sagt. Wenn der „Falsche“ etwas sagt, ist es falsch, auch wenn es richtig ist. Wenn der „Richtige“ etwas Falsches sagt, ist es automatisch richtig.

Das ist Ideologie, genau genommen eigentlich Idiotie. Das ist Diktatur. Wer die Macht hat, Einfluss auszuüben, die Medien einigermaßen beherrschen kann, der ist der „Richtige“. Diese „Richtigen“ versuchen, die „Falschen“ unter allen Umständen zu kontrolieren, damit nicht die „Falschen“ sagen können, was  evtl. wirklich falsch, und was wirklich richtig ist. Daher die zunehmende Aggressivität der Sicherheitsorgane z. B. bei Demonstrationen, der Versuch, die Meinungsäußerungen der Menschen einzuschränken, Geldflüsse zu kontrollieren. Beispiele sind Wikileaks, Stuttgart 21… Es muss abturnen, sich gesellschaftlich zu engagieren, dann haben die Machthabenden freie Fahrt. Es ist einfach, wenn man einfach nur regieren kann, ohne Störungen. Das Volk darf dankbar sein, dass es jemand tut…

Es war zur Zeit der Geburt von Jesus ähnlich. Die Nachricht, „ein König wäre geboren worden“, elektrisierte den amtierenden weltlichen König derart, dass er die männlichen Kinder einer ganzen Region umbringen ließ. Da gab es keine Reflektion darüber, was mit dieser Ankündigung gemeint sein könnte.

Aber auch die Frommen seiner Zeit waren nicht besser. Gerade die „strenggläubigen“ sahen sich durch die unkonventionelle und doch auf seine Weise viel ehrlichere Frömmigkeit von Jesus in Frage  gestellt. Deshalb wollten sie seinen Tod.

Nun wurde durch den Tod von Jesus das „Problem“ nicht „gelöst“. Sondern es gibt nun Christen bis heute.

Wir müssen uns fragen, ob wir wie die angeblich Frommen oder die „Macht-Besessenen“ der damaligen Zeit sein wollen? Oder möchten wir die unkonventionelle pragmatische Art von Jesus, die ständig neue Herausforderung annehmen, praktikable Antworten auf die Fragen und Anliegen der Zeit zu finden.

Wollen wir Macht oder wollen wir Lösungen? Und für wen?

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